Aktuell

NIMOC Fortbildung im März 2017

Auf dem Kongress der IUGA im Mai 2015 in Nizza konnten wir unsere Kontakte und den Austausch zu den Kollegen auf internationaler Ebene pflegen. So wuchs die Idee Sytske Lohof-Venema, MSPT und Marijke C. Ph. Slieker-ten Hovet, beide niederländischen Beckenphysiotherapeutinnen zu der von ihnen vorgestellten Behandlungstechnik NIMOC als Referenten für die Arbeitsgemeinschaft einzuladen.
Bei einer eintägigen Fortbildung auf der Frühjahrs MV 2017 konnten die Mitglieder der AG und auch Gäste in einem deutsch – englischen und einem bisschen niederländischen Sprachmix diese neue Technik lebendig und praxisnah kennenlernen und üben.

Teilnehmerinnen der NIMOC Fortbildung im März 2017

Teilnehmerinnen der NIMOC Fortbildung im März 2017


Was verbirgt sich hinter NIMOC?

NIMOC ist die Abkürzung für Non-Invasive Mobilization of the Coccyx, also eine nicht invasive Behandlung des Steißbeins. Ziel dieser Behandlung ist eine Reposition der abweichenden Steißbeinstellung durch eine kurze sanfte äußere Mobilisation, die für den Patienten schmerzfrei sein sollte.
NIMOC ist eine Behandlungsoption für Patienten, die zum einen klare Angaben zu ihrem Schmerz in der Steißbeingegend und zu dessen Entstehung (Trauma) machen können, aber auch für Patienten, bei welchen sich ein diffuser Schmerz über Jahre infolge eines Steißbeintraumas entwickelt hat. Unklare Rücken- und Beckenbeschwerden bis hin zu Kopfschmerzen, Analspasmus, Verdauungsstörungen, Magenbeschwerden, sexuelle Dysfunktionen sind Symptome, die durch eine Behandlung mit NIMOC eine Besserung, im besten Falle eine Auflösung der Symptome erfahren können.

Zu Beginn der Behandlung findet eine genaue Anamnese statt. Wichtig ist, dass auch frühere Traumata und bei Frauen auch Geburtsverläufe und- Komplikationen abgefragt werden. Eine standardisierte körperliche Untersuchung und eine genaue Dokumentation ergänzen die Anamnese. Diese Untersuchung beinhaltet unter anderem einen Haltungsstatus, exakte Schmerzabfrage über Lokalisation und Intensität (NRS), sowie den ASLR und natürlich die Palpation der Stellung des Os coccygeus hinsichtlich Lateralflexion und Rotation.
All diese Parameter werden nach der Behandlung als Re-Test noch einmal untersucht, um den Verlauf der Behandlung zu dokumentieren.

Die Behandlung selbst erfolgt im Sitz. Der Patient sitzt nach genauer Einstellung durch den Therapeuten auf dem Steißbein. Die genaue Befunderhebung zeigt dem Therapeuten zu welcher Seite die Mobilisation sowohl für die Lateralflexion, als auch für die Rotation erfolgen darf. Diese wird dann durch sanften caudalen Druck mit gleichzeitiger Bewegung in Latrealflexion/ Rotation durchgeführt.

Der anschließende Retest zeigte selbst bei den „nicht leidenden therapierten“ Teilnehmern des Kurses oft signifikante Verbesserung hinsichtlich Beweglichkeit und Kraft im Vergleich zum Ursprungsbefund.
Abgerundet wurde dieser Fortbildungstag mit einem internationalem Erfahrungsaustausch zur Triggerpunktbehandlung und den Physio Pelvica Therapeuten bekannten therapeutischen Interventionen zur Wahrnehmungsverbesserung, Beckenbodenkoordinationstraining, Arbeit in muskulären und faszialen Ketten, Stabilitätstraining…

Fazit: NIMOC erweitert das therapeutische Spektrum und ist eine wertvolle Behandlungstechnik für Patienten, deren Beschwerden in einer Fehlstellung des Os Coccygis liegen und ist eine zusätzliche therapeutische Technik, die gut in Verbindung mit den bekannten Therapieoptionen gebracht werden kann.

Anwenden, Ausprobieren und Üben war sowohl der Wunsch der Referentinnen, als auch der Teilnehmerinnen und so ergab sich ein spannender und erfüllter Tag!

Ulrike Gumbmann

Aktuelles zur Beckenbodenschule

Präventionsarbeit: Beckenbodenschule® Anerkennung ein gutes Konzept - endlich bestätigt! Erfahren Sie mehr dazu über diesen Link!

Fachartikel der AG GGUP

Einige Mitglieder der AG GGUP sind als Autorinnen von Fachliteratur bekannt. Die Fachbücher von Ulla Henscher und Beate Carriere sind für die Tätigkeit im Bereich Gynäkologie, Urologie, Proktologie und Geburtsvorbreitung sehr geschätzte Lehrbücher. Auch andere Kolleginnen der AG GGUP haben in den letzten Jahren zu interessanten Themen aus unserem Fachgebiet veröffentlicht. Es ist in den letzten Monaten eine umfangreiche Datei vorbereitet worden, die Ihnen den Zugang zu den Artikeln ermöglicht. Diese Artikel stellen wir Ihnen zur Recherche, Anregung und Vertiefung zur Verfügung. Sie finden die Möglichkeit auf unserer Seite „ Aktivitäten - Artikel und Veröffentlichungen“.