Behandlungen / Therapien

Was können wir behandeln?

Zunehmende funktionelle Erkenntnisse haben unsere Arbeit in den letzten Jahren sehr verändert.

Den anatomischen und physiologischen Zusammenhängen zwischen Beckenboden, Bauchmuskulatur, Rückenmuskulatur und Zwerchfell wird in unserer Behandlung Rechnung getragen.

Befundorientiert und individuell wird die Therapie auf die Patientin, den Patienten abgestimmt, wobei Atmung, Haltung, Einwirkung der Schwerkraft und das Alltagsverhalten eine wichtige Rolle spielen.

Kenntnisse aus z.B. Funktioneller Bewegungslehre, Therapie nach Brügger, Manueller Therapie, Atemtherapie, Aromatherapie, Reflexzonentherapie am Fuß, Osteopathie und Psychosomatik ermöglichen eine ganzheitliche Behandlung.

Folgende Symptomkomplexe und Störungen werden von uns therapiert:

Physiotherapie in der Gynäkologie, Urologie, Proktologie und Geburtshilfe

Physiotherapie in der Gynäkologie, Urologie, Proktologie und Geburtshilfe kann in der Prävention, Kuration und Rehabilitation einen wertvollen Beitrag leisten.

Präventiv kann eine Verhaltensänderung eingeleitet und stabilisiert werden, die ein gesundheitsbewussteres Verhalten mit sich bringt. In der verbesserten Körperwahrnehmung und dem ökonomischen Einsatz des eigenen Körpers zur Bewältigung von Alltagsbelastungen liegen Möglichkeiten, um gynäkologisch-urologischen, sowie proktologischen Beschwerdebildern vorzubeugen. Das Erlernen dieses Präventionsmodells gemäß § 20 SGB ist in der
Beckenbodenschule  Grafik Logo Beckenbodenschule  möglich. Die AG GGUP bildet Physiotherapeutinnen für dieses Präventionsmodell aus und auf der Therapeutenliste finden Sie entsprechende PhysiotherapeutInnnen, die Frauen und Männern dieses Angebot machen können.

Funktionelle Veränderungen, die sich aus Schwangerschaft und Geburt ergeben, können sich zu Funktionsstörungen entwickeln und die Regeneration postpartal erschweren. So kann die präpartale Behandlung von Beckenbodendysfunktionen, Symphysenlockerung, LWS-Problematik, ISG-Problematik einen wichtigen Beitrag für die postpartale Regeneration darstellen. Störungen, wie eine Belastungsinkontinenz, akute Organsenkungen, Episiotomie (Dammschnitt oder Dammriss), Verletzungen der Schließmuskulatur können in Ihrer Wundheilung unterstützt und das Gewebe in seiner Funktionsfähigkeit verbessert werden. Physiotherapie ist hier sofort nach der Geburt funktionell wertvoll und wird befundorientiert angewendet. Die Prävalenz von langfristigen Störungen kann so verhindert werden. Funktionsdefizite, wie ein überbreites Rectus-Phänomen, die Symphysen-und Beckenring-Lockerung können durch eine angepasste Aktivierung von Muskelgruppen, die Reduktion von Schmerzen und ein dosiertes, beckenbodenschonendes Training vermindert werden.

Der große Bereich der Beckenbodendysfunktionen bei Frauen, Männern und Kindern kann durch die Physiotherapie begleitet werden. Die interdisziplinäre S2e-Leitlinien für die Belastungsinkontinenz empfiehlt die konservative Therapie durch spezifische Physiotherapie. Eine befundbezogen Therapieplanung kann durch die Sonografie, die nicht apparativen und apparativen Bio-Feedback-Methoden und durch die Elektrotherapie ergänzt werden.

Vielfältige Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen der gestörten Muskelfunktion und  Inkontinenz z.B. haben kontinente Frauen eine bessere Beckenbodenmuskelfunktion (Gunnarsson M, 2002), eine kräftigere Beckenbodenmuskulatur (Hahn et al., 1969, Morkved S et al., 2002) sowie einen signifikanten Unterschied der Muskeldicke des M. levator ani (Morkved S et al., 2002, Bernstein I et al., 1991) im Vergleich mit inkontinenten Frauen.
Struktur- und Funktionsstörungen wie der Descensus genitalis, die Belastungsinkontinenz für Harn und Stuhl sind primär durch die Physiotherapie zu behandeln.
Die Drang-Inkontinenz, Fehlverhalten in der Ausscheidung und Ausscheidungsstörungen in Zusammenhang mit neurologischen Grunderkrankungen können durch Beratung bezüglich Verhaltensänderungen und verbessertes funktionelles Verständnis im Alltag eher bewältigt werden Bei Korrekturoperationen (z.B. Mashes, Korrektur von Anlagestörungen, Prostataoperationen, proktologische Operationen) können durch die Physiotherapie prä- und postoperativ bis hin zur späten Rehabilitation wichtige Impulse gesetzt werden, die helfen, das Operationsergebnis langfristig zu stabilisieren.

Weiterbildungen für Physiotherapeut/Innen zum großen Themen-Spektrum der Funktionsstörungen im Becken sind durch das Fortbildungskonzept  Grafik Logo Physio Pelvica  der AG GGUP möglich und werden von der Deutschen Kontinenzgesellschaft empfohlen.

Störungen in der Sexualität können eine funktionelle Ursache haben (z.B. mangelnde Durchblutung im Becken), können aber auch durch Unverständnis oder ungünstige Erwartungen entstehen. Physiotherapeutinnen mit der Spezialisierung für den Bereich Gynäkologie, Urologie und Proktologie können aufklären, beraten, informieren und mit flankierenden Maßnahmen, wie z.B. Beckenbodenaktivierung, Wärmebehandlung etc. Patientinnen begleiten sowie Störungen vorbeugen und reduzieren. Der Zusammenhang zwischen z.B. familiärer Prägung, Funktionsstörung und individueller Interpretation bei Störungen im uro-gynäkologischen und proktologischen Bereich, ist in einer bio-psycho-sozialen Sichtweise eingebettet.

Bei Schmerzen im Becken (bei Vaginismus, Anismus oder interstitieller Cystitis) kann  durch verschiedene Angebote der Physiotherapie  z.B. die Beckenbodenmuskulatur zu entspannen Beschwerden gelindert werden.

PhysiotherapeutInnen können bei lymphatischen Beschwerden (z.B. bei onkologischen Erkrankungen, als Folge von urologischen und gynäkologischen Operationen) durch die komplexe physikalische Entstauungstherapie erfolgreich therapieren.

Selbstverständlich kann Physiotherapie nach Brustoperationen Bewegungseinschränkungen reduzieren und das Entstehen eines Lymphödems verhindern.

Hormonelle Störungen, wie z.B. die Dysmenorrhoe können durch Maßnahmen aus der Bindegewebsmassage werden.

Verordnungsfähige Therapie-Maßnahmen

Aktuelle Informationen finden Sie unter www.heilmittelkatalog.de.

Wir haben für Sie eine Hilfe bei der Anwendung des Heilmittelkataloges zusammengestellt, welche im Besonderen die gynäkologischen, urologischen und proktologischen Diagnosen aufgreift und Ihnen unverbindliche Vorschläge für Ihre Rezeptierung unterbreitet.

Heilmittelrichtlinien – Verordnungsgrundlage (PDF-Dokument, 44 KB)